Das ABC des Kornbrenners
Ein Glossar/Wörterbuch/Lexikon
Was Sie über Destillate und Edelbrände wissen sollten
Abfindungsbrenner:
Im Gegensatz zu einer Verschlussbrennerei wie die Brennerei Sasse wird bei
einem Abfindungsbrenner nicht der tatsächlich gewonnene Alkohol erfasst
und besteuert. Statt dessen muss ein Abfindungsbrenner die Menge und Art
der Maische bei den Steuerbehörden angeben. Auf Basis der Angaben errechnet
der Zoll dann mit Hilfe einer Tabelle, die angibt, welches Obst wie viel
Alkohol bilden kann, die fällige Alkoholsteuer.
Alkohol:
Nach einer speziellen Verordnung zur Festlegung der allgemeinen Regeln für
die Begriffsbestimmung, Bezeichnung und Aufmachung von Spirituosen muss Alkohol
(Äthylalkohol) als wertbestimmender Anteil von Spirituosen durch Gärung
aus landwirtschaftlichen Rohstoffen hergestellt sowie durch spezielle Brennverfahren
gewonnen werden.
Alkoholsteuer:
Alkohol und alkoholhaltige Waren (Erzeugnisse), die im Steuergebiet hergestellt
oder in das Steuergebiet eingebracht werden, unterliegen einer Verbrauchsteuer
(Alkoholsteuer).
Die Höhe ist unterschiedlich. Verschlussbrenner zahlen 13,03 Euro
pro Liter Alkohol (LA). Abfindungsbrenner bis 100 Liter 5,40 Euro pro LA.
Sowohl Abfindungs- als auch Verschlussbrenner müssen dem Zollamt vor
Brennbeginn die Menge der zu destillierenden Maische melden. Dem Abfindungsbrenner
wird eine exakte Zeit vorgegeben – der Verschlussbrenner kann im
Grunde brennen, wann er will.
Aperitif:
Ein Aperitif ist ein trockenes und zumeist alkoholisches Getränk,
das vor dem Essen konsumiert wird und den Appetit anregen soll. Als Aperitif
eignen sich bestimmte Spirituosen, Weine, Schaumweine wie Champagner, Prosecco
oder Sekt und auch Bier.
Destille/Destillerie:
In einer Destille/Destillerie werden Brände und Spirituosen wie Korn,
Grappa, Whisky, Trester, Obstler oder andere Schnäpse mittels Destillation
hergestellt. Das Wort „Destillation“ leitet sich von dem lateinischen
Wort destillare (herabtröpfeln) ab, was auf das Destillierverfahren
verweist.
Digestif:
Ein Digestif (von französisch digestif = verdauungsfördernd)
ist in der Regel ein alkoholisches Getränk, das nach einer Mahlzeit
getrunken wird. Als Digestif eignen sich vor allem Spirituosen wie Korn,
Doppelkorn, Grappa, Cognac oder andere Schnäpse, die die Verdauung
anregen.
Doppelkorn:
Im Gegensatz zum Korn muss ein Doppelkorn (auch Edelkorn oder Kornbrand
genannt) mindestens 37,5 Vol. Prozent aufweisen.
Edelbrände:
Edelbrände der Brennerei Sasse bestehen aus 100 Prozent reinem Destillat,
d.h. Alkohol und Aroma werden aus ein und demselben Grundprodukt hergestellt.
Fässer:
Neben der Glasballon- bzw. Edelstahltanklagerung können Edelbrände
auch in Holz-Fässern zur Reife gebracht werden. So werden in der
Brennerei Sasse unter anderem alte Cognac-Fässer und typische Eichenbarriques
zur Lagerung benutzt. Dadurch bekommt der berühmte „Münsterländer
Lagerkorn“ sein unverwechselbares Bouquet und seinen edlen Geschmack.
Feinbrand:
Beim zweiten Brennvorgang, dem so genannten Feinbrand, wird der beim
ersten Brennvorgang gewonnene Rauhbrand erneut destilliert. Bei diesem
Feinbrennen werden die flüchtigen Stoffe getrennt. Zudem unterscheidet
man dabei drei Teile: den Vorlauf, den Mittellauf (Herzstück bzw.
Filet) und den Nachlauf. Die Kunst des Feinbrennens ist es, das Herzstück
vom Vor- und Nachlauf richtig abzutrennen. Der Alkoholgehalt von Feinbrand
ist höher als der von Rauhbrand.
Geist:
Wenn der Maische Alkohol zugesetzt wurde, spricht man beim fertigen Erzeugnis
von einem Geist. Ein Geist wird zudem aus geschmacksneutralem Alkohol
gebrannt. Das Aroma wird durch das Einlegen einer kleinen Menge an
Früchten erzeugt. Dieses Gemisch wird erneut destilliert.
Goldener Schnaps:
Leicht golden schimmernder Schnaps entsteht durch die jahrelange Lagerung
in alten Cognac-Fässern und Barriques aus Eichenholz. Ein Teil
der Geschmacksstoffe geht dabei in den Schnaps über und verleiht
ihm ein einzigartiges Aroma.
Grappa:
Grappa ist eine aus Italien stammende Spirituose, die bezüglich
ihrer Art, ihres Geschmacks und ihrer Herstellung mit anderen Tresterbränden
wie deutschem Trester, französischem Marc, peruanischem bzw. chilenischem
Pisco, bolivianischem Singani oder griechischem Tsipouro verwandt ist.
Die Herstellung von Grappa basiert sowohl auf der Wein-Herstellung als
auch der Kunst des Destillierens, da das Destillat aus gegorenen Traubenresten
gewonnen wird.
Herzstück:
Beim zweiten Brennvorgang, dem so genannten Feinbrand, wird der Rauhbrand
erneut destilliert. Man unterscheidet dabei drei Teile: den Vorlauf,
den Mittellauf (Herzstück bzw. Filet) und den Nachlauf. Die Kunst
des Feinbrennens ist es, das Herzstück vom Vor- und Nachlauf richtig
abzutrennen.
Korn:
Korn ist eine typisch deutsche Spirituose, die bereits im 15. Jahrhundert
hergestellt wurde. Die Bezeichnung Korn darf eine Spirituose nur dann
tragen, wenn beim Destillieren ausschließlich Maische aus dem
vollen Korn von Weizen, Buchweizen, Hafer, Gerste oder Roggen benutzt
wird. In jedem Fall müssen die Körner komplett genutzt werden.
Getreidesorten wie Mais, Reis oder auch Hirse sowie Zusatzstoffe sind
für die Herstellung von Korn nicht erlaubt. Für die Qualität
eines Korn ist vor allem das verwendete Wasser entscheidend.
Eine einfache
Destillation (Rauhbrand) ist von Gesetzes Wegen ausreichend, eine zweite
(Feinbrand) zulässig und für einen guten Korn auch
notwendig. Der Mindestalkoholgehalt für Korn liegt bei 32 Prozent,
für Doppelkorn (auch Edelkorn oder Kornbrand genannt) bei 37,5 Prozent.
Zudem darf eine Spirituose nur dann als Korn bezeichnet werden, wenn
sie in einem Land hergestellt wird, in dem Deutsch eine der Amtssprachen
ist. Der frühere Begriff „Kornbranntwein“ ist nicht
mehr zulässig, da der Begriff „Branntwein“ nur noch
für Erzeugnisse aus Wein(-trauben) verwendet werden darf.
Lagerung I:
Im Gegensatz zu Wein müssen Spirituosen und Brände weder im
Keller noch bei einer gleichbleibenden Temperatur gelagert werden. Licht
schadet selbst Edelbränden nicht. Temperaturunterschiede braucht
ein Edelbrand zur Reifung sogar. Wichtig ist bei Spirituosen mit Korkverschluss
allerdings, dass sie stehend gelagert werden. Denn wenn sie längere
Zeit liegen, laugt der hohe Alkoholgehalt den Korken aus, was ungewollte
Geschmacks- und Farbveränderungen zur Folge haben kann.
Lagerung II:
Wie lange ein Edelbrand bei uns gelagert wird, bevor er in die Flasche
und auf den Markt kommt, entscheiden wir in der Brennerei Sasse, nachdem
wir das Produkt sorgfältig probiert und für gut befunden
haben. Denn jedes Destillat enthält verschiedene viele Inhaltsstoffe,
mehr oder weniger Alkohol und – durch die Lagerung im Eichenfass – mehr
oder weniger Gerbstoffe. Der Reifezeitpunkt bei Destillaten kann also
ganz unterschiedlich sein. Unsere Erfahrung, unser Wissen und unser
Geschmackssinn hilft uns, den perfekten Zeitpunkt zu erwischen.
Maische:
Maische ist der Fachbegriff für die Rohware, die destilliert werden
soll. Je nach gewünschtem Endprodukt wird Maische etwa aus Getreidesorten
oder auch Trauben gewonnen. Sinn und Zweck des Maischens ist es, vergärungsfähige
Stoffe wie Stärke und Zucker zu lösen.
Die Maische wird nach
alten Vorschriften der Brennerei Sasse bei Spezialunternehmen hergestellt.
Die Vergärung erfolgt kontrolliert. Die Frage, wie
lange die Maische liegen soll, gehört mit zu den vielen Geheimnissen
einer Brennerei.
Münsterländer Lagerkorn:
Der „Münsterländer Lagerkorn“ ist der feinste Edelbrand
aus der Brennerei Sasse. Der Korn wird für mindestens drei Jahre
in typischen Cognac-Fässern gereift, eher er bei einer Cuvee trinkfertig
gemacht wird.
Nachlauf:
Als Nachlauf bezeichnet man beim Feinbrennen den Teil, der nach dem eigentlichen
Herzstück entsteht. Gegen Ende der Destillation, wenn der meiste
Alkohol bereits abgetrieben ist, wird dabei die Brenntemperatur weiter
erhöht. Substanzen, die einen sehr hohen Siedepunkt haben, werden
mitgerissen. Diese so genannten Fuselöle haben eine fruchtig-süßliche
Note und sind dem Genuss nicht zuträglich. Die Abtrennung des
Nachlaufs sollte entsprechend sorgfältig erfolgen.
Patent-Still-Verfahren:
Im Gegensatz zum Pot-Still-Verfahren kann man beim Patent-Still-Verfahren
mittels Kupfersäulen kontinuierlich destillieren und so große
Mengen an Destillat beziehungsweise Alkohol produzieren. Das aufwendige
und zeitintensive Reinigen der Brennblase aus Kupfer wie beim Pot-Still-Verfahren
entfällt. Mit dem Patent-Still-Verfahren kann der Brennvorgang
ohne Unterbrechung durchgeführt werden.
Plombe:
Beim Verschluss-Brennen läuft jeder Liter Alkohol über eine
Zähl-Uhr. Der Brennkessel ist verplombt. Die Plombierung gewährleistet
der Zollbehörde, dass kein Liter Alkohol unregistriert die Brennerei
verlässt.
Pot-Still-Verfahren:
Je nach Spirituosenart wird der Alkohol beim Pot-Still-Verfahren durch
zwei oder mehr Brennvorgänge destilliert. Die Maische wird in
einer aus Kupfer bestehenden Brennblase erhitzt. Das Pot-Still-Verfahren
ist recht aufwendig, da eine penible Reinigung der Brennblase zwischen
den einzelnen Brennvorgängen notwendig ist. Das Pot-Still-Verfahren
wird deshalb üblicherweise – im Gegensatz zum Patent-Still-Verfahren – auch
nicht bei Massenproduktionen angewendet.
Rauhbrand:
Beim Rauhbrand wird der komplette Alkohol zusammen mit den meisten anderen
flüchtigen Stoffen abgetrieben und im relativ schwachprozentigen
Destillat aufgefangen. Beim Rauhbrand, dem ersten Brennen, werden also
die flüchtigen Bestandteile der Maische von den nichtflüchtigen
getrennt. Die nichtflüchtigen Stoffe verbleiben als Rückstand
im Kessel (so genannte Schlempe). Das Wort Rauhbrand bezeichnet sowohl
den Vorgang des Rohbrennens als auch das dabei entstehende Produkt.
Je
nach Spirituose wird auch noch ein zweiter Brennvorgang vorgenommen,
bei dem die flüchtigen Stoffe getrennt werden. Durch diesen weiteren
Brennvorgang entsteht dann der so genannte Feinbrand, dessen Alkoholgehalt
höher als der des Rauhbrands ist.
Schnaps:
Spirituosen werden in der Umgangssprache auch oft als Schnaps bezeichnet.
Der Begriff stammt aus der Niederdeutschen Sprache und ist verwandt
mit dem Verb „schnappen“, was sich wohl darauf bezieht,
dass Schnaps von vielen Menschen in einem Schluck getrunken wird.
Schnapsglas:
Das perfekte Schnaps- oder Kornglas gibt es nicht, da jede Destillatsorte
eine eigene Persönlichkeit hat. Mit dem jeweils richtigen Glas
können die jeweiligen Sensoren in Nase und Mund besser angesprochen
werden. Zu beachten ist dabei, dass man mit der Nase Hunderte und teilweise
sogar Tausende Geruchsnuancen unterscheiden kann, während man
mit der Zunge nur vier Geschmacksrichtungen schmeckt: süß,
sauer, salzig und bitter.
Die Brennerei Sasse hat ein eigenes Kornglas
entwickeln lassen, welches beispielsweise das Aroma des Eigenprodukts „Münsterländer
Lagerkorn“ voll zur Geltung bringt und die Alkoholspitze nimmt.
Es steht auch in der Gastronomie bereit, wo auch immer „Münsterländer
Lagerkorn“ ausgeschenkt wird.
Trester:
Trester nennt man die bei der Wein-, Obst- und Süßmostbereitung
anfallenden ausgepressten Rückstände. Aus ihnen werden Tresterbrände
wie unter anderem Grappa, Marc und Pisco destilliert. Oft steht der Begriff
Trester auch als Kurzform für einen Tresterbrand.
Trinkkultur:
Zunächst sollte der Edelbrand von den Augen und der Nase wahrgenommen
werden. Deshalb werden die Gläser maximal zu einem Viertel bis zu
einem Drittel gefüllt. Der Rest ist für den Duft reserviert,
der ein relativ großes Volumen des Glases für seine Entwicklung
benötigt. Die idealen Gläser sind demnach Instrumente zur Hervorhebung
des Bouquets.
Trinkstärke:
Das beim Feinbrand gewonnene Herzstück weist einen Alkoholgehalt
von über 65 Vol% auf und muss folglich erst noch mit Wasser verdünnt
werden, bevor es zum Verzehr geeignet ist. Im Gegensatz zu anderen Herstellern
benutzt die Brennerei Sasse dabei kein destilliertes Wasser, sondern
das hervorragende Quellwasser aus einer eigenen Quelle in den Baumbergen.
Das besondere Quellwasser stützt mit seinen Mineralsalzen das Aroma.
Da es direkt verwendet wird, muss es auch nicht durch chemische Zusätze
haltbar gemacht werden.
Trinktemperatur:
Edelbrände werden am besten bei Temperaturen zwischen 14° und
18° Celsius getrunken. Tiefere Temperaturen verdecken den Alkohol
und das besondere Aroma. Je hochwertiger der Edelbrand ist, umso höher
darf auch die Trinktemperatur sein. Edelbrände, die in Holzfässern
gereift sind, sollten handwarm getrunken werden. Erst dann können
Sie Ihr Aroma vollkommen entfalten. Nur aromaschwache Destillate werden
eiskalt serviert.
Verschlussbrennerei:
Verschlussbrennereien wie die Brennerei Sasse sind Brennereien, deren
Anlagen (im Gegensatz zu Abfindungsbrennereien) durch Plomben verschlusssicher
gemacht werden. Jeder Liter Alkohol läuft über eine Zähl-Uhr,
wodurch so genanntes „Schwarzbrennen“ unmöglich wird.
Volumenprozent:
Volumenprozent (Vol%) ist die Maßeinheit für die in alkoholischen
Getränken wie Spirituosen enthaltene Menge reinen Alkohols.
Vorlauf:
Als Vorlauf bezeichnet man beim Feinbrennen den Teil, der vor dem erwünschtem
Herzstück entsteht. Dieses Destillat enthält besonders viel
von dem für Menschen unverträglichen Methanol und andere leichtflüchtige
Substanzen und ist somit nicht zum Verzehr geeignet. Im Gegensatz zum
fruchtig-süßen Nachlauf zeichnet sich der Vorlauf üblicherweise
durch einen unangenehmen, scharfen Geruch und Geschmack aus.
Whisky:
Whisky wird mittels Destillation aus einer Getreidemaische gewonnen.
Diese Maische wird so destilliert, dass das Aroma der Ausgangsstoffe
im Destillationsprodukt weiter enthalten ist. Whisky muss mindestens
drei Jahre in Holzfässern gelagert werden, deren Fassungsvermögen
unter 700 Litern liegt. Ein guter Whisky wird allerdings in der Regel
sehr viel länger gelagert. Der Mindestalkoholgehalt liegt bei
40 Vol%.
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